Leif Piechowski / BioRegio STERN Management GmbH

Science2Start präsentiert Ideen mit großem Potenzial

Die Gewinner des 17. Science2Start-Wettbewerbs stehen fest. Sie wurden Mitte Juli in Stuttgart auf dem Sommerempfang der BioRegio STERN Management GmbH ausgezeichnet. Die Expertenjury sah besonders großes Potenzial in einer Technologie für die automatisierte Zellsortiertung, einer Plattform für das Aufspüren von seneszenten Zellen, in einem innovativen Influenza-Impfstoff sowie einer energiepositiven Kompostieranlage.

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Der traditionelle Sommerempfang der BioRegio STERN Management GmbH, auf dem die Gesellschaft auf 25 erfolgreiche Jahre in den Life Sciences zurückblickte, fand Mitte Juli in Stuttgart statt. Der feierliche Rahmen wurde auch dafür genutzt, die Life-Sciences-Ideen aus der Region auszuzeichnen, die laut Expertenjury besonders großes wirtschaftliches Potenzial haben. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.500 Euro stellte Voelker & Partner Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer zur Verfügung. Platz 3 wurde zweimal vergeben.

Die Gewinner des 17. Science2Start-Wettbewerbs

Platz 1 CellnRoll – automatisierte Zellsortierung und Immunphänotypisierung

Den ersten Platz belegte Dr. Sarah Scatigna vom Stuttgarter Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. Sie entwickelt mit ihrem Team CELLnROLL – eine neue Technologie zur schonenden und automatisierten Sortierung von Zellen, die bestehende Verfahren wie MACS und FACS ergänzt. Dabei nutzt die Technologie, die am MPI-IS und der ETH Zürich entwickelt wurde, magnetisch steuerbare Mikroroboter, die gezielt über Antikörper definierte Zelltypen erkennen, binden und mithilfe eines kompakten Geräts automatisiert sortieren. Erste Validierungen mit klinisch relevanten Proben zeigen Sortier-Reinheiten von etwa 90 Prozent bei deutlich geringerem Probenbedarf als etablierte Verfahren.

Zudem entwickelt CELLnROLL eine automatisierte Immunphänotyping-Plattform, die eine schnelle und standardisierte Analyse von Zellmerkmalen ermöglichen soll, beispielsweise in der klinischen Diagnostik von Leukämien.

Platz 2 Senovo Theranostics – Senescence Imaging & Targeting

Mit der Bildgebungsplattform Senova Theranostics, die seneszente Zellen gezielt aufspürt und eliminiert, um Rückfälle bei Krebserkrankungen zu verhindern und den Therapieerfolg zu verbessern, belegten Dr. Dimitri Stowbur (Universitätsklinikum Tübingen) und seine Kollegen Platz zwei. Laut Expertenmeinung besitzt die Technologie großes Potenzial für die Onkologie, insbesondere als Begleitdiagnostik bei der Entwicklung und Anwendung senolytischer Therapien. Darüber hinaus eröffnen sich langfristig weitere Einsatzmöglichkeiten bei altersassoziierten oder kardiovaskulären Erkrankungen, Fibrose und chronischen Entzündungen.

Platz 3 UniFluVacc gegen Influenza-A-Viren

Gemeinsam mit der Prime Vector Technologies GmbH arbeiten die Forscher des Universitätsklinikums Tübingen an einem neuartigen Impfstoffansatz gegen Influenza-A-Viren. Er soll einen breiteren und länger anhaltenden Schutz als herkömmliche saisonale Impfstoffe bieten. Erste präklinische Untersuchungen zeigen, dass UniFLU-Vacc breite Antikörper- und T-Zell-Antworten gegen verschiedene Influenza-A-Subtypen auslösen kann. In Tiermodellen zeigten sich eine reduzierte Viruslast, geringere Krankheitssymptome und im Vergleich zu herkömmlichen Influenza-Impfstoffen ein verbesserter Schutz. Langfristig könnte UniFLU-Vacc zur Entwicklung breit wirksamer Influenza-Impfstoffe und zur besseren Vorbereitung auf zukünftige Pandemien beitragen.

Platz 3 OrgEnX – biologische Resteverwertung und Energiegewinnung aus Biomasse

Kiara Jedele und Christian Höttler von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften, Energie und Gebäudetechnik der Hochschule Esslingen überzeugten die Jury mit OrgEnX, einer energiepositiven Kompostieranlage für Gastronomiebetriebe, die Lebensmittelabfälle vor Ort verarbeitet und dabei nutzbare Wärme erzeugt. Ziel ist es, Entsorgungskosten, Energieverbrauch und Emissionen im Umgang mit Speiseresten deutlich zu reduzieren. Dies soll erreicht werden durch die Entwicklung eines skalierbaren Systems für Gastronomie und Hotellerie, in dem Abfallwirtschaft, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft miteinander verbunden werden.

Basis für ein neues innovationsgetriebenes Wirtschaftswunder

Die von der Epertenjury ausgewählten Life-Sciences-Ideen bestätigen das große Potenzial der Region, das auch Dr. Achim Plum, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF), in seiner Keynote hervorgehoben hatte: „Stuttgart und Neckar‑Alb haben, was selten ist: Spitzenforschung, klinische Nähe und eine starke industrielle Basis. Entscheidend ist, dieses Potenzial in Wirkung zu übersetzen – mit Fokus, mehr Ausgründungen und Unternehmen, die hier wachsen und skalieren. Die Voraussetzungen stimmen. Das ist eine starke Grundlage für ein neues, innovationsgetriebenes Wirtschaftswunder aus der Region heraus.“

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